Endlich geschafft!

15. Juli 2014

WM zu Ende, Pokal geholt. Jetzt reicht‘s. Die WM war eine einmalige Erfahrung mit spannenden Erlebnissen, eindrücklichen Begegnungen und natürlich einem sensationellen Ende. Doch nach knapp fünf Wochen mag ich einfach keinen Fußball mehr sehen.

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Ich stehe hoch oben auf einem der vielen Berge Rio de Janeiros und blicke auf die Stadt hinunter. Hinter den Wolken zeichnen sich hin und wieder die Umrisse der Christus-Statue ab und am Strand von Ipanema sonnen sich Menschen. Die Fußball-WM ist weit weg und nur noch in Form des Fanfestes am hinteren Ende der Copacabana zu sehen. Ich atme durch. Die WM ist vorbei.

Die Tröten auf den Straßen sind verstummt. Brasilien kehrt in den Alltag zurück – eigentlich schon seit dem verlorenen Halbfinale. Brasilien-Trikots sind bei den Händlern nun für umgerechnet 1,60 Euro zu haben, vorher kosteten sie auch mal das Zehnfache. Die letzten Andenken werden zu Schleuderpreisen verkauft. Mit der WM ist ab heute kein schnelles Geld mehr zu verdienen.

Die Argentinien-Fans, die Rio de Janeiro in den vergangenen Tagen zu zehntausenden regelrecht belagert haben, machen sich auf den Heimweg. Bus, Flugzeug, eigenes Auto – egal, Hauptsache nach Hause. Auch ich bin froh, endlich wieder nach Deutschland zu fliegen.

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Der Berg oberhalb der Favela Vidigal ist der perfekte Ort, um meine Reise zu beenden. Mein Blick schweift über Rio de Janeiro – die Stadt, in der vielleicht am meisten Brasilien an einem Ort zu finden ist: Die Favelas, die wie Schwalbennester an den Berghängen kleben und den besten Blick über die Stadt haben – die noblen Viertel, in denen die Aussicht in vielstöckigen Appartementhäusern verkauft wird – der Regenwald, der zwar langsam von der Stadt aufgefressen wird, aber immer noch einen großen Teil von ihr einnimmt – den unüberhörbaren Verkehr, der sich zäh durch die Straßen quält – und die Strände, an denen natürlich schon wieder Fußball gespielt wird.

Rio de Janeiro ist wunderbar. Einer Umfrage zufolge fühlen sich die Menschen in keiner anderen Stadt der Welt so glücklich wie hier. Ich glaube ihnen gern! Noch einen Fußball-Weltmeister-Titel brauchen sie dafür jedenfalls nicht.